Schulprogramm
Rahmenbedingungen und Leitgedanken
Unsere Schule liegt im dichtbesiedelten Stadtteil Köln Humboldt - Grem-berg. Dieser Stadtteil ist seit je her ein Arbeitervorort, der jedoch vom Strukturwandel der letzten Jahrzehnte nicht verschont blieb: Große Fa-briken (CFK, Hagen) sind verschwunden und entließen viele Eltern unse-rer Schülerin die Arbeitslosigkeit. Auf ehemaligen Fabrikgeländen entstan-den und entstehen neue Wohnsiedlungen. Prägend ist auch der hohe Ausländeranteil im Viertel; die Umstrukturierung des Arbeitsmarktes hin zur Dienstleistung ist eher im Nachbarort Kalk zu verspüren.
In der GHS Hachenburger Straße werden ca. 305 Schüler in 15 Klassen zwei- bis dreizügig betreut. 70% der Schüler sind Ausländer oder haben einen Migrationshintergrund; sie kommen derzeit aus 20 Nationen, wobei der Schwerpunkt bei den türkischen und italienischen Schülern liegt.
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen sehen wir die besondere Verant-wortung, die wir als Schule gegenüber der Gesellschaft haben. Unser Ziel ist es, insbesondere Schüler aus sozial unsicheren Verhältnissen, mit Mi-grationshintergrund oder Schüler, die mit dem Leistungsniveau anderer Schulformen nicht zurechtgekommen sind, zu integrieren. Das erfolgreiche Zusammenleben und –lernen aller Menschen mit unter-schiedlichsten Hintergründen kann nur durch gegenseitigen Respekt und gegenseitige Akzeptanz erzielt werden. Aus dieser Verantwortung her-aus lautet unser schulischer Hauptgedanke, der sich auch als Bildkompositition im Haupteingang des Schulgebäudes findet:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Was möchten wir erreichen?
Wir möchten den Schüler durch miteinander Leben und Lernen zu seiner Mündigkeit führen. Der Schüler soll sein Leben selbstbestimmt und in sozialer Verantwortung gestalten können. Dies beinhaltet insbesondere eine realistische Einschätzung und Ausgestaltung des beruflichen Werde-ganges.
Wie möchten wir dies erreichen ?
Priorität hat die Vermittlung von Sprach-und Handlungskompetenz in den mathematischen, naturwissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Bereichen sowie der gezielte, abgestimmte Aufbau von Methodenkompetenzen. Der Schwerpunkt Berufswahlvorbereitung beinhaltet die Förderung individueller Anlagen und die Hinführung zum Beruf durch Praktika und umfangreiche Beratung, darüber hinaus auch den Aufbau von sozialen Kompetenzen und Medienkompetenzen. Um unsere Ziele zu erreichen, sind wir auf die Zusammenarbeit mit Eltern, außerschulischen Einrichtungen und Ämtern angewiesen. Wir wissen, dass ein Schulprogramm nicht starr und unveränderbar sein darf. Projekte und Neuerungen im Schulentwicklungsprozess werden ständig an der Realität gemessen; die Ergebnisse werden in die weitere Planung eingearbeitet (siehe Evaluation).
1. Grundsätze des Unterrichts
1.1 Qualitätsentwicklung des Unterrichts
Die Qualität des Unterrichtes wird im Rahmen der Fachkonferenzen ständig weiterentwickelt. Hierzu gehört insbesondere:
- die Entwicklung und ständige Überprüfung der Standortpläne
- die gemeinsame Planung und Entwicklung von Unterrichtsreihen und Materialien
- weitgehend parallele Arbeiten in den Jahrgängen
- die Entwicklung von inhaltlichen und diagnostischen Kriterien für den Förderunterricht
- inhaltliche Fort- und Weiterbildung des Kollegiums
Die Qualitätsentwicklung in den Hauptfächern (Deutsch, Englisch, Mathematik) steht – auch durch die Einführung der Lernstandserhebungen seit dem Schuljahr 2004/ 2005 und die Einrichtung von zentralen Abschlussprüfungen ab dem Schuljahr 2006/ 2007 - im Vordergrund. Die Qualitätsentwicklung in den übrigen Fächern ist ebenso von großer Bedeutung, zumal das ganzheitliche Angebot unseren Schülern besonders gerecht wird. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Ausstattung der Fachräume, die einen ansprechenden und interessanten Unterricht ermöglichen.
1.2 Klassenlehrerprinzip
Das Bedürfnis der Schüler nach festen Bezugspersonen und die Erleichterung der Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Hand eines überschaubaren Personenkreises sind Vorteile, die an unserer Schule für das Klassenlehrerprinzip sprechen. Dies bedeutet die Erteilung einer Vielzahl von Unterrichtsstunden in einer Klasse durch den Klassenlehrer, der so einen guten Überblick über den Entwicklungsstand der Schüler hat und im Kontakt mit den Eltern, (u. a. durch Hausbesuche, Telefonate und Einladungen zu persönlichen Ge-sprächen) präventiv oder im Sinne von Kriseninterventionen eine positive Entwicklung begünstigen kann. Ab Klasse 7 wird in den Fächern Mathematik und Englisch in Grund- und Ergänzungskurse differenziert. Zunehmend wird Fachlehrerunterricht erteilt. 1.3 Methodenkompetenz
Feste und wiederkehrende Lernstrukturen, die sich von Fachlehrer zu Fachlehrer nicht wesentlich unterscheiden, können den Lernprozess der Schüler positiv beeinflussen. In diesem Zusammenhang sind uns wichtig:
- Grundlegende Fähigkeiten wie Bereitstellen der Materialien, Pünktlichkeit, Heftführung
- das Einüben hilfreicher Arbeits-, Sozial- und Präsentationsformen
- die zunehmend eigenverantwortlichen Aneignung von Lerninhalten durch die Schüler (Informationsbeschaffung, Recherche, Nutzen der Schülerbücherei, Arbeit mit Nachschlagewerken).
Gemeinsame Fortbildungen des Kollegiums, die Einigung auf Ziele im Sinne eines Methodencurriculums und die Umsetzung durch fächer- und inhaltsbezogene Methodentage und deren Evaluation sollen die Lernfähigkeit der Schüler steigern und die Arbeitsbedingungen in den Klassen verbessern und erleichtern.
1.4 Medienkompetenz
Wir sind überdurchschnittlich gut mit vernetzten Computern im speziellen Fachraum und in allen Klassenräumen ausgestattet. Die Einbeziehung in den Unterricht erfolgt zur Zeit durch Erwerb von Grundkenntnissen:
- Computerführerschein in Klasse 5
- Internetführerschein in Klasse 6
- Textproduktion mit Textverarbeitungsprogrammen
- Arbeit mit Lernprogrammen
- Kennenlernen und kritische Beurteilung von Informations- und Kommunikationstechnologien
- Internet – Recherche
- Bildverarbeitung (Scanner, Digitalkamera)
- Kommunikation
- Nutzung des „efit“ Materials
Fächerübergreifende Nutzung
Bereits realisiert |
Geplant |
Erstellung von Bewerbungsmappen |
Schülerzeitung |
Internetführerschein |
Präsentation und Dokumentation von Schulveranstaltungen bzw. von Projekten |
Kreatives Schreiben |
Filmprojekt |
1.5. Entwicklungsziele und Fortbildungsplanung
Die Entwicklung der Methodenkompetenz wird zur Zeit von den Klassenlehrern des 5. und 6. Jahrgangs durch Methodentage in den Klassen sukzessive entwickelt und evaluiert. Die Erfahrungen und Konzepte werden an die Kollegen der nachfolgenden Klassen wei-tergegeben, die verpflichtet sind, diese in ihren Klassen weiterzu-entwickeln. Hinzu kommen als flankierende Maßnahme schulinterne Lehrerfortbildungen zum Thema (siehe III.) Ziel ist die Erstellung eines verbindlichen Methodencurriculums für alle Jahrgangsstufen bis zum Schuljahr 2009/ 2010.
Im Bereich der Medienkompetenz ist das Ziel, alle Kollegen dahingehend zu qualifizieren, die neuen Medien kompetent in ihren Unterricht integrieren zu können. Hierzu finden regelmäßig kollegiumsinterne Fortbildungen statt.
Darüber hinaus sind für das Schuljahr 2005/06 Fortbildungen (mathe-matisch-naturwissenschaftlich-musisch-sprachlich-technisch) zur Er-weiterung der Einsatzmöglichkeiten fachfremder Kollegen vorgesehen.
2. Berufswahlvorbereitung
2.1 Grundsätze / Kooperationen
Ziel ist die Förderung der Ausbildungs- und Berufsfähigkeit der Schüler.Dies geschieht durch die Förderung der Persönlichkeit und die Hilfe zur Entwicklung sozialer Kompetenz, um damit die Schüler in die Lage zu versetzen, ihr Leben eigenverantwortlich zu planen. Sie sollen befähigt werden, Entscheidungen im Hinblick auf den Übergang ins Berufsleben abzuwägen und zu treffen. Wir unterstützen sie darin, ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten zu entdecken, zu entwickeln und realistisch einzuschätzen, indem wir ihnen Kenntnisse und praktische Erfahrungen über die Arbeitswelt vermitteln und Hilfen für den Übergang in eine Ausbildung oder in einen weiteren schulischen Bildungsgang geben.
Wir setzen in der Berufswahlvorbereitung folgende Schwerpunkte :
- Berufswahlvorbereitender Unterricht
- Praktika
- Wegeplanung
In den Klassen 9 und 10 wird die Berufswahlvorbereitung von einem Schulsozialarbeiter unterstützt. Außerdem arbeiten wir eng mit der Berufsberaterin der Agentur für Arbeit zusammen.
Es besteht ein Kooperationsvertrag mit der Dachdeckerinnung Köln mit dem Ziel, Jugendlichen durch Praktika und Hospitation in entsprechenden Berufschulklassen Einblicke in das Berufsbild des Dachdeckers zu er-möglichen. Darüber hinaus erhalten sie Hilfe bei der Suche eines Ausbildungsplatzes. Die methodisch-didaktische Umsetzung unserer Ziele ist in einem detaillierten Zeitplan vorgegeben. Für die Klassen 8 – 10 sind darin verbindliche Unterrichtsthemen und Aktivitäten festgelegt.
2.2 Schnupperpraktikum in Klasse 8
In der Jahrgangsstufe 8 erhalten die Schüler in einem einwöchigen Schnupperpraktikum einen ersten Einblick in die Arbeitswelt. Dieses Praktikum ist in eine Projektwoche eingebettet. Ein Schülerfragebogen zur Bewertung des Praktikums wurde im Rahmen der schulinternen Evaluationsmaßnahmen ausgewertet.
Die Schüler erfüllten Aufgaben rund um die Berufsthematik und bekamen für zwei Tage in einem Betrieb oder einer Einrichtung Gelegenheit, Praxiserfahrung zu sammeln. Die Schüler bewerteten ausschließlich die fünf Tage des Schnupperpraktikums positiv. Sie gaben folgende Bewertungen ab:
- Einblicke in den Ablauf eines Arbeitstages und von Arbeitsprozessen (98%)
- Neue Fähigkeiten und Eigenschaften an sich entdecken und einsetzen (71%)
- Tätigkeiten, die sie auf keinen Fall später ausüben möchten (88%)
- Kennenlernen ihrer wirklichen Interessen (88%)
- Sicherheit in ihrer Berufswahl (82%)
- Akzeptanz in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich (63%)
- Einsicht, sich mit der Berufsvorbereitung auseinander setzen zu müssen (73%)
2.3 Praktikum und Berufsvorbereitender Unterricht(BVU) in Klasse 9
Die beiden Schwerpunkte der beruflichen Vorbereitung in der Klasse 9 bilden zum einen der BVU und zum anderen das dreiwöchige Betriebspraktikum. In dieser Jahrgangsstufe werden die Schüler mit den Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt konfrontiert. Sie sollen befähigt werden, eigenverantwortlich an die Verwirklichung ihrer beruflichen Vorstellungen und Wünsche heran zu gehen. Dazu gehört die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz. Gezielt beraten werden sie dabei durch die Klassenlehrer, die Berufsberaterin und den Sozial-pädagogen. Sie erhalten Hilfe bei der Anfertigung von Bewerbungsunterlagen.
Der BVU gliedert sich in folgende Themenbereiche :
- Förderung verbaler Fertigkeiten und Standards (Telefontraining, Bewerbungsgespräch)
- Erstellung von Bewerbungsunterlagen
- Nutzbarmachung von Informationssystemen zum Zweck der Lehrstellensuche und zum Vergleich der eigenen Interessen und Berufsanforderungen
- Einstellungstests
Im Betriebspraktikum erfahren die Schüler etwas über
- die spezifischen Anforderungen und Bedingungen am Arbeitsplatz (berufsspezifische Anforderungen, Realität der Berufsausübung und Eignung für den Beruf)
- den Leistungsprozess im Betrieb (betriebliche Organisation, Überprüfung eigener Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten)
- das soziale Gefüge des Betriebes (realitätsnahes Erleben der Arbeitssituation, Arbeitswelt als Feld sozialer Konflikte).
Das Praktikum wird unterrichtlich vor- und nachbereitet. Die Schüler erstellen eine Praktikumsmappe. Ihre Eindrücke vom Berufsleben werden in entsprechenden Unterrichts-sequenzen und in persönlichen Reflexionsgesprächen aufgearbeitet, eventuelle Änderungen in den Berufswünschen oder Bestätigungen des Wunschberufs auch im Hinblick auf das Praktikum in der 10. Klasse geäußert.
2.4 Maßnahmen im 10. Jahrgang In der Jahrgangsstufe 10 liegt die Entscheidungs- und Entschlussphase für die weitere Lebensplanung. Die Einzelfallhilfe bezieht sich unter anderem auch auf:
- die selbstständige Orientierung auf dem Arbeitsmarkt
- den Umgang mit besonderen Belastungssituationen
- das Anfertigen einwandfreier, aussagekräftiger Bewerbungs-unterlagen
- das Erarbeiten von Alternativen zum angestrebten „Traumberuf“
- die Nutzung von öffentlichen regionalen Ausbildungsmärkten
- die Fürsprache bei potentiellen Arbeitgebern.
Neben dem dreiwöchigen Betriebspraktikum für alle besteht für einzelne Schüler der Klasse Typ 10A die Möglichkeit eines Langzeitpraktikums. Ziel dieser Maßnahme ist es, durch kontinuierlichen und persönlichen Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben die Chancen unserer Schüler auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen.
2.5 Wegeplanung
Das Wegeplanerprojekt ist ein klassen- und fächerübergreifendes Angebot für überalterte und/oder schulmüde Jugendliche aus den Klassen 7-9 und den Vorbereitungsklassen, die voraussichtlich einen Hauptschulabschluss in der Regelschulzeit nicht erreichen werden. Ziel ist es, die Schüler dahingehend zu motivieren, eine Fördermaßnahme zu nutzen. Unsere Arbeit beinhaltet:
- individuelle Beratungsgespräche
- Organisation von Praktika
- Absprachen mit der Sozialpädagogin des IB (Internationaler Bund für Sozialarbeit).
- Pro jekt der Sek undarstufen I und II in Ko operation („ProSekKo“) Die gesamte Berufswahlvorbereitung wird in enger Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Schüler und unseren Kooperationspartnern (Berufsberatung, Internationaler Bund für Sozialarbeit, Jugendwerk-stätten, Betriebe, Berufskollegs, Handwerkerinnenhaus, Dachdecker-innung) gestaltet.
2.6 Entwicklungsziele und Fortbildungsplanung
- Ausbau der individuellen Beratung
- Einführung eines Berufswahlpasses für Kl. 8 ab 1.2.2006
- Kontakte zur Wirtschaft knüpfen:
- Fachleute mit Berufserfahrung in die Schule holen
- Berufe vor Ort kennen lernen
- Neue Kooperationspartner suchen (vielfältige berufliche Erfahrungen)
- Klassenlehrer qualifizieren als „Berufsberater“
3. Förderkonzept
3.1. Grundsätze
Seit zwei Jahren wird an unserer Schule ein Förderkonzept entwickelt, um individuelle Defizite der Schüler aufzuarbeiten. Grundsätzlich gibt es folgende Fördermaßnahmen außerhalb oder zusätzlich zum Unterricht in den Regelklassen:
- Fördermodule für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5- 7
- Förderung von Migranten in Vorbereitungsklassen
- Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in den Regelklassen – Betreuung durch die Deutschlehrer
- Hausaufgabenbetreuung
- „Fit für Deutsch“
- Jahrgangsbezogene Fördermaßnahmen in vier inhaltsverschiedenen Kursen. Hier werden ausgehend von einem Eingangstest, der Sprachdefizite analysiert, alle Schüler der Jahrgänge 5 und 6 in Kleingruppen gefördert.
- Klassenbezogene Fördermaßnahmen (efit Mathe und Deutsch) – inForm von Teamteaching in Klasse 5 und 6.
- Förderunterricht durch Praktikanten der Universität zu Köln
- Einbindung der MSU- Lehrer in den Regelunterricht
3.2 Fördermodule
Für die Fächer Deutsch und Mathematik sind in den Jahrgängen 5 – 7 insgesamt acht Fördergruppen zu bestimmten Themenbereichen jahrgangsübergreifend eingerichtet. Die Thematik der Gruppen steht vorher fest; sie entwickelt sich aus den evaluierten Erfahrungen der Vorjahre (ab Schuljahr 2003/2004). Insgesamt geht es hier – in Ergänzung zu den anderen Fördermaßnahmen – um Basiswissen, dessen Fehlen weitere Lernfortschritte verhindert und im Rahmen des Regelunterrichtes vorausgesetzt werden muss.
Ein Fördermodul besteht aus einer 10 – 12 stündigen Einheit mit themenbezogenem Eingangs- und Ausgangstest. Die Schüler wiederholen oder wechseln anschließend das Fördermodul. Derzeitige Themen von Fördermodulen sind u.a. : Hörverständnis, sinnentnehmendes Lesen, Satzbau, Wortarten (Deutsch),Zahlenverständnis, Umgang mit Sachaufgaben (Mathematik).
3.3. Förderunterricht Deutsch in den Klassen 5/6 Nach zweijähriger Durchführung der Hamburger Schreibprobe führen wir seit dem Schuljahr 2005/06 den „Duisburger Sprachstandstest“ der Gesamtschule Meiderich durch, um einen breiteren Überblick über die Fähigkeiten der Schüler in den Kompetenzen Hörverstehen, Leseverstehen, Grammatik, Satzbau und Rechtschreibung beim Schulübergang zu gewinnen.
Zur Evaluation ist die Durchführung des Tests beim Einstieg in die Klasse 5 und bei deren Abschluss geplant, um an individuelle Vergleichswerte zu gelangen. Ausgehend von den Ergebnissen des Sprachtests wird der Förderunterricht Deutsch zunehmend abgestimmt werden auf die individuellen Ergebnisse der Schüler in den einzelnen Kompetenzbereichen.
Ohne eigene Vergleichswerte aus den Vorjahren sind die Ergebnisse der Schüler der 5. Klassen individuell natürlich sehr unterschiedlich. Im Vergleich mit anderen Hauptschulen liegen unsere Ergebnisse momentan im unteren Drittel. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass angesichts des hohen Migrantenanteils der Schule keine Aussage über die diesbezügliche Vergleichbarkeit getroffen werden kann, weil der Anteil von Schülern mit Migrantionshintergrund in der Auswertung nicht erfasst wurde. Signifikant bei allen Schulen und Schulformen sind jedoch die durchschnittlich schwächeren Ergebnisse von Schülern mit Migrationshintergrund.
In der Jahrgangsstufe 5 werden die Schüler hiernach in drei Förderkurse eingeteilt, die wöchentlich 2-stündig von drei Lehrern unterrichtet werden. In der Jahrgangsstufe 6 sind es vier Kurse mit vier Lehrern. Zu Beginn wird in den Förderkursen die Lautgebärdensprache eingeführt, um mittels der mit anderen Sinnen bewusst wahrgenommenen Buchstaben die Rechtschreibsicherheit zu erhöhen. Der weitere Verlauf des Förderkurses erfolgt nach Absprache in enger Anbindung an das Hauscurriculum.
3.4. „Fit für Deutsch“ Zwei Deutschlehrer werden derzeit als Multiplikatoren für „Neue Formen des Deutschlernens in mehrsprachigen Klassen der Sekundarstufe I“ ausgebildet. Sie werden halbjährliche, praxisorientierte Fortbildungen für Deutsch- und Fachlehrer der Klassen 5, 6 und 10 anbieten, exemplarische Reihen planen, durchführen und dokumentieren und die Kollegen bei der Planung und Durchführung von Reihen beraten. Im weiteren Verlauf werden die Deutschkollegen der Klassen 5 an einem Fortbildungsangebot der Bezirksregierung zu diesem Thema teilnehmen.
3.5. Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in Vorbereitungsklassen
Zu Beginn ihrer Schulzeit in Deutschland werden Schüler ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen zwei Jahre außerhalb der normalen Regelklassen gefördert. Ziel ist, dass sie in dieser Zeit ausreichende Deutschkenntnisse erlangen, um zunehmend am Regelunterricht teilnehmen zu können. An unserer Schule bestehen zwei altersgemischte Vorbereitungsklassen, die nach dem Stand der Deutschkenntnisse differenziert sind.
Die Schüler erhalten grundsätzlich Unterricht in Deutsch, Erdkunde, Geschichte/Politik und Biologie, sowie in weiteren Fächern wie Kunst, Musik, Sport, Textil und Hauswirtschaft. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.
3.6. Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in Regelklassen
In jeder Klasse wird eine zusätzliche Deutschstunde als Randstunde eingerichtet, in der die Fachkollegen gezielt mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund arbeiten können. Inhaltlich bedeutet dies vor allem:
- Aufarbeitung des aktuellen Unterrichtsgeschehens im Fachunterricht Deutsch
- Aufbereitung sprachlicher Probleme aus dem Fachunterricht (insbesondere Naturwissenschaften, Gesellschaftslehre) durch den Fachlehrer Deutsch in Zusammenarbeit mit den betreffenden Fachlehrern
- Weitergehende Unterstützung beim Übergang Vorbereitungsklasse/ Regelklasse
3.7. Hausaufgabenbetreuung
Viele Eltern sind berufstätig oder mit der Beaufsichtigung und Hilfe bei den Hausaufgaben überfordert. Die Schule hat deshalb eine kostenlose Hausaufgabenbetreuung für Schüler aller Klassen eingerichtet. Von montags bis donnerstags können Schüler nach Anmeldung durch die Eltern ihre Hausaufgaben in der Schule machen. Sie werden durch mehrere Fachkräfte betreut. Die Betreuungskräfte sind in Kontakt mit den Lehrern und geben Rückmeldungen über Defizite und Fortschritte.
Die Evaluation im Schuljahr 04/05 zeigte eine hohe Zufriedenheit der Eltern mit dem Angebot. Die Kritik an der geringen Kommunikation zwischen Eltern und Betreuern wurde in der Weiterentwicklung des Konzeptes berücksichtigt.
3.8. Förderung der Lesebereitschaft Für viele Schüler ist das Lesen im Vergleich zur Nutzung anderer Medien nicht mehr attraktiv. Entsprechend ist das sinnentnehmende Lesen nicht mehr geübt und führt zu großen Schwierigkeiten in allen Fächern. Die Schule hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Schüler wieder an das Lesen heranzuführen. Im Deutschunterricht stellen Schüler ihre Lieblingsbücher vor und regen so Mitschüler zum Nachlesen an. Ein vielfältiges Angebot findet sich in der Schülerbücherei, die gut angenommen wird. Das Internetportal „antolin“ (http://www.antolin.de) wird als Unterstützung und als Motivation genutzt. An der Schule werden Lesewettbewerbe für die unteren Klassen durchgeführt.
3.9. Entwicklungsziele und Fortbildungsplanung
Die Fördermodule der Klassen 5-7 sollen mittelfristig auf die Klassen 5-9 und auf das Fach Englisch ausgedehnt werden. Das Konzept Fit für Deutsch wird weitergeführt. Das Kollegium wird an den Fortbildungen der Bezirksregierung sowie der Multiplikatoren teilnehmen und die erworbenen Kenntnisse im Unterricht anwenden. Die Hausaufgabenbetreuung wird nach Anmeldung für die Schüler verbindlich sein und um zusätzliche Übungsangebote erweitert werden.
Langfristig sollen im Förderkonzept auch leistungsstarke Schüler zunehmend berücksichtigt werden, um einen Übergang zu anderen Schulformen zu erleichtern.
Lehrer werden für die professionelle Diagnose und die entsprechenden Förderung in den Bereichen Lese- Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie weitergebildet, so dass entsprechende Förderangebote in das Konzept aufgenommen werden können.
4. Aufbau sozialer Kompetenzen
4.1 Erziehungsauftrag der Schule
Wie in der Einleitung des Schulprogramms erwähnt, soll unter anderem die Bereitschaft zum sozialen Handeln geweckt und die Schüler zur Achtung vor der Würde des Menschen erzogen werden. Wir wollen unsere Schüler im Unterricht umfassend fördern und sie insbesondere auch zur Selbstständigkeit erziehen. Vermittlung fachlichen Wissens und der erzieherische Auftrag unserer Schule sind ebenbürtig. Gerade für unsere Schüler mit oben beschriebenem soziokulturellen Hintergrund steht die Vorbereitung auf ein erfolgreiches Berufsleben im Vordergrund.Dazu müssen sie über besondere Schlüsselqualifikationen verfügen, wie beispielsweise:
- Zuverlässigkeit, Ordnungssinn, Pünktlichkeit
- Verantwortungsbereitschaft
- Teamfähigkeit
- Konfliktfähigkeit und Toleranz
- Fähigkeit zu sachbezogener Kritik und Selbstkritik
4.2 Soziales Lernen (in den Klassen)
Besonders in den Klassen 5 und 6 wird Wert auf soziales Lernen gelegt, so dass sich bestimmte Regeln und Rituale in den höheren Klassen fortsetzen. Wir gehen in allen Jahrgängen davon aus, dass fachliches oder methodisches Lernen kaum möglich ist, wenn nicht vorher soziales Lernen stattgefunden hat und eine entsprechende Lernatmosphäre in der Klasse vorherrscht. Ziel des sozialen Lernens ist es, übereinander, voneinander und miteinander zu lernen.
Für die fünften Klassen gibt es eine ein- bis zweiwöchige Kennenlernphase an unserer Schule. Die Schüler sollen mit den Räumlichkeiten der Schule, den Lehrkräften (und ihren Erwartungen an die Kinder) und Mitschülern vertraut gemacht werden. Dazu gehören unter anderem das Aufstellen von Klassenregeln oder die Verteilung von Aufgabenbereichen innerhalb einer Klassengemeinschaft.
Im Anschluss an die Kennenlernphase wird einmal pro Woche eine Stunde Sozialtraining erteilt. Diese Stunde wird durch einen externen Träger finanziert und in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer durchgeführt. Inhaltlich geht es dabei ebenfalls ums Kennenlernen, die Einhaltung einfacher Gesprächs- und Verhaltensregeln und die Entwicklung von gruppendynamischen Prozessen. Die Klassenlehrer des 5. Jahrgangs besuchen verbindlich eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Soziales Lernen“ und arbeiten inhaltlich mit den externen Mitarbeitern konform. In Verbindung mit dem Klassenlehrerprinzip entwickeln sich im Schulalltag dadurch gute Chancen, positiv auf das soziale Verhalten der Schüler einzuwirken.
4.3 Beratung
Es gibt eine ausgebildete Beratungslehrerin für allgemeine Probleme (z.B. im Elternhaus, mit Lehrern, mit Mitschülern), sowie zwei Kolleginnen, die speziell für die Suchtprävention (z.B. Drogen/Essstörungen) qualifiziert sind.
Allgemeine Beratung
Die Beratungstätigkeit teilt sich in zwei Bereiche auf:
- Beratungssprechstunde für Schüler
- Kontakte zu außerschulischen Beratungseinrichtungen
zu 1) Die Beratungssprechstunde für Schüler wird gut genutzt. Schüler kommen überwiegend aus eigenem Antrieb, aber oft auch auf Empfehlung von Klassenlehrern oder Schulleitung zur Beratungslehrerin. Es fanden im Schuljahr 2004/05 etwa 60 Beratungsgespräche statt. Themenbereiche sind vor allem Konflikte mit Mitschülern, Mobbing, Angst auf dem Schulweg, Gewalt im Elternhaus, Schulabsentismus, Sucht, Liebeskummer. Die Beratungsgespräche sind vertraulich, d.h. die Inhalte werden nur mit Einverständnis der Schüler an Eltern/ Kollegen/ sonstige Beratungseinrichtungen weitergegeben.
zu 2) Meist auf Wunsch von und in Zusammenarbeit mit Kollegen werden Kontakte zu außerschulischen Beratungseinrichtungen hergestellt: vor allem Familienberatung, Allgemeiner Sozialer Dienst (ASD), Frauenhaus, Gesundheitsamt, Schulpsychologischer Dienst.
Suchtprävention
Neben einer festen Schülersprechstunde für alle wird im 8. Jahrgang eine zweitägige Veranstaltung zur Suchtprävention durchgeführt. Diese findet ohne die Klassenlehrer statt und hat einen erlebnispädagogischen Charakter.
Ausgehend vom unkontrollierten übermäßigen Konsumverhalten einiger Schüler (z.B. Verschuldung durch hohe Handykosten) bot es sich an, ein zweitägiges Schuldenprojekt im 9. Jahrgang durchzuführen. Dieses wird von Mitarbeitern des Familienverbands in Anwesenheit der Klassenlehrer mit gutem Erfolg durchgeführt.
Gesunde Schule
Unsere Schule gehört zum Netzwerk „Gesunde Schule“. Die Thematik umfasst die körperliche, die seelische und die soziale Gesundheit. Neben der Suchtprävention sollen in nächster Zeit Ziele wie:
- gesundes Pausenfrühstück
- die sportliche/aktive Pause
- Intensivierung der Beratung
realisiert werden.
4.4. Entwicklungsziele und Fortbildungsplanung Optimierung des Beratungskonzeptes durch:
- Einbindung der Beratungslehrerin in das Sozialtraining der Klassen 5 und 6
- Teilnahme der Beratungslehrerin an Stufen- und Klassen-konferenzen
Fortführung des Schuldenprojekts im 9. Jahrgang
5. Schule als Modell für gesellschaftliches Handeln
Die Vielfältigkeit der Herkunft unserer Schüler in Verbindung mit dem allgemeinen Erziehungsauftrag der Schule und mit unserem Schulmotto macht es notwendig, an der Schule Raum für positive Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen zu schaffen. Hierbei ist die Wichtigkeit eines klar definierten und konstanten Umfeldes für die allgemeine Entwicklung der Schüler hervorzuheben.
5.1. Gemeinschaftliches Handeln
Über die sozialen Lernprozesse in der Klassengemeinschaft hinaus möchten wir erreichen, dass die Schüler den Sinn einer Gemeinschaft, für die der Einzelne etwas tun muss, die aber auch dem Einzelnen hilft, erleben. Dies geschieht insbesondere durch
- Einschulungsfeiern (von den 6. Klassen gestaltet)
- Patenschaften (ältere Schüler für neue oder verhaltensauffällige Schüler)
- Aktionen zur Verschönerung der Schule
- Abschlussfeiern (von den 9. Klassen gestaltet)
- Schulfeste
- Teilnahme am Kölner Karneval, konkret an den „Schull- und Veedelszög“ (im 35. Jahr) sowie am Kalk-Gremberger Karnevalszug
- Konfliktbewältigung
Die Schüler sollen in der Schulgemeinschaft erfahren, dass Konflikte fair lösbar sind. Hier stehen auf allen Ebenen Gesprächspartner zur Verfügung (Klassenlehrer, Beratungslehrerin, Vertrauenslehrer, Schulleitung), die Hilfen anbieten.
5.2. Schule im Veedel
Ein Großteil unserer Schüler kommt aus Humboldt-Gremberg oder aus unmittelbar angrenzenden Wohngebieten. Ein positives Zusammenleben im problematischen Stadtteil kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten im Gespräch sind und an gemeinsamen Zielen arbeiten. Gerade deswegen ist es wichtig, die Schule nicht als Fremdkörper, sondern als Teil des Stadtviertels zu betrachten und ihre Aktivitäten in das Geschehen vor Ort einzubetten. Konkret bedeutet dies:
- Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein (Baumpatenschaften, Mitarbeit am jährlichen Stadtteilfest, Öffnen der Schule für Aktivitäten des Bürgervereins)
- Teilnahme an Stadtteilkonferenzen
- Zusammenarbeit mit den beiden Jugendzentren
- Zusammenarbeit mit den Kindergärten und den beiden Grundschulen (hier ist im nächsten Jahr die Entwicklung eines gemeinsamen Projektes zur Sprachförderung geplant)
- Konsequentes Einbeziehen der Stadtteilbewohner in schulische Aktivitäten und Feste (Schulfest, Karneval...)
6. Abschließende Bemerkung
Durch unser Schulprogramm erhält unsere Schule ein Profil, das Eltern, Schüler und Lehrer den „Betrieb“ Schule transparent macht. Diesem Schulprogramm fühlen wir uns verpflichtet, es stellt die Grundlage für weitere Evaluationen und Qualitätsüberprüfungen dar.
Schule ist Teil unserer Gesellschaft und unterliegt dem Wandel. Sie muss die gesellschaftlichen Änderungen einbeziehen. So erhebt unser Schulprogramm nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern es wird erweitert, verändert und den gesellschaftlichen Prozessen angepasst.
Köln 2005
Anhang
Fortbildungsplanung
- Bereich Medienkompetenz
- schulinterne und externe Fortbildungen à sicherer Umgang mit den neuen Medien, sicherer Einsatz der neuen Medien im Unterricht
- schulinterne Fortbildung à Umgang mit den vorhandenen Lernprogrammen
- Bereich Förderung
- Teilnahme an Fortbildungsmodulen der Bezirksregierung Köln für Fachlehrer der Klassen 5 und 6
- Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen im Bereich LRS-Diagnostik und –Förderung
- Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen im Bereich Dyskalkulie
- Bereich Nachqualifizierung
- Nachqualifizierung im Fach Englisch
- Nachqualifizierung im Fach Praktische Philosophie
- Bereich Methodenkompetenz
- Fortführung der Fortbildungsreihe aus dem Schuljahr 2004/05
Evaluation im Schuljahr 2004/2005
- Elternbefragung zur Hausaufgabenbetreuung (Zufriedenheit, Kommunikation, Effektivität)
- Schülerbefragung zum Schnupperpraktikum (Lernerfolg, Zufriedenheit)
- Fördermodul in Deutsch wurde durch Eingangstest und Abschlusstest evaluiert
Evaluation im Schuljahr 2005/2006
- Effektivität des Förderunterrichtes in Klasse 6 (Ausgang: Duisburger Sprachstandstest)
- Elternbefragung zur Hausaufgabenbetreuung
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